Lisbeth Bissier

Zunächst als Schülerin, sodann als Ehefrau von Julius Bissier entwickelt Lisbeth Bissier eine unabhängige Karrriere als Handweberin, wobei sie sich durch die besondere Qualität ihrer Arbeiten auszeichnet, Arbeiten in Damaszener Seide und Brokat auf der Basis alter Techniken. Sie gewinnt Preise, ihre Webarbeiten werden in Ausstellungen gezeigt und von Museen angekauft. Lisbeth Bissier tritt auch als erfolgreiche Unternehmerin hervor: sie betreibt eine Werkstatt für Handweberei mit dazugehöriger Spinnerei und Färberei, in der ausschliesslich Naturfarben zur Verwendung kamen. Nach dem Tod ihres Ehemanns gründet sie das Archiv Bissier und widmet sich fortan der Katalogisierung des Werks von Julius Bissier, der Betreuung seines Nachlasses und der Pflege seines Andenkens.

Freiburg

12
12
1903

1903

Geburt von Lisbeth Hofschneider.

1920

Malereischülerin bei Julius Heinrich Bissier.

1922

Heiratet mit Julius Bissier.

1926

Stoff-Tapetenentwürfe. Geburt ihre Tochter Dorothée.

1928

Geburt ihres Sohnes Uli.

1929

Studium an der Textil-Modeschule Berlin, dank finanzieller Unterstützung durch die Frau des Psychiaters Prinzhorn.

1930

Beginn der Weberei als Autodidaktin; Einrichtung einer eigenen Weberei.

1939

Umzug nach Hagnau am Bodensee; vergrößert die Weberei mit Handspinnerei und Wollfärberei (mit Pflanzen und Mineralien).

1946-52

Kleine Gobelins und Wandteppichen ( z.T. nach Entwürfen von Julius Bissier) sowie erfolgreiche Versuche traditionelle Weberei (Seidendamast) mit modernen Mustern zu verbinden.

1955

Hessischer Staatspreis.

1956

Staatspreis Baden-Württemberg.

1960

Schliessung der Weberei.

1961

Übersiedlung nach Ascona an den Lago Maggiore.

1960-1989

Widmet sich fast ausschlisslich dem Oeuvre ihre Gatten Julius Bissier.

Ascona

21
04
1989

Einzelausstellungen (Auswahl)

  • Karl-Ernst Osthaus-Museum, Hagen 1960
  • Museum Ulm 1966
  • Galerie Alice Pauli, Lausanne 1966 (mit Julius Bissier)

Teppiche- oder Textilienausstellungen

  • Ruhrfestspiele Recklinghausen 1953
  • X. Triennale di Milano 1958
  • Hälsingborg 1955
  • Kunstmuseum St.Gallen, Neue Schweizer Bildteppiche, 1959
  • Kestner-Gesellschaft, Hannover 1961
  • Städtischen Wessenberg-Galerie, Konstanz 2005

Museumsankäufe

  • Kunstgewerbemuseum Köln
  • Kunsthalle Mannheim
  • Landesmuseum für Kunst u. Kulturgeschichte Münster
  • Museum Kaiserslautern
  • Landesgewerbemuseum Stuttgart

Bibliografie

  • Vollmer V., 1961
  • M. Braun-Ronsdorf, Handweberei Damaste von Lisbeth Bissier, in Kunst 53,1954/55, p. 64-67.
  • Lisbeth und Julius Bissier, in Werkkunst 18, 1956.
  • Julius Bissier, catalogo della mostra Galerie Alice Pauli, Lausanne 4 giugno-23 luglio 1966 (annesso: Tapisseries de Lisbeth et Julius Bissier, 6 p.).
  • Lisbeth Bissier, Julius Bissier: Bildteppiche, catalogo della mostra Museum Ulm13 marzo – 17 aprile 1966.
  • H.Wichmann, Von Morris bis Memphis, Basel 1990, p,. 245,255,439.
  • "Eigenwillig" - Künstlerinnen am Bodensee 1900 bis 1950, catalogo della mostra Städtische Wessenberg-Galerie, Konstanz 2005